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1801 – 1989 Die Gehlberger Mühle /alias Jonny Schehr“ (Ergänzung 1801-001)

Autor: Reinhard Schmidt (2026)


1801 baute J. Ludwig Heinz die Gehlberger Mühle. Anfangs war sie – wie der Name sagt - eine Mahlmühle. Die Gastronomie, zunächst zweites Standbein, wurde in den Folgejahren zur Hauptbestimmung des Gebäudes.
Als Wirtsleute sind bekannt:

- R. A, Schmidt
- Erasmus Enzian ab 1881
- Ernst Möller 13.03.1888 – 1925
- Albert Menk
- Louis Kurze ab 1931
- Alfred Becker und Frau



051 Gehlberger Mhle 1

Abb. 051
Die Gaststätte1890.


Unter dem Wirt Ernst Möller erlebte die Gehlberg Mühle ihren Aufschwung zur Ausflugsgaststätte. 1892 wurde ein Speisesaal angebaut.


052 Gehlberger Mhle 2Abb. 052


1897 baute man ein Logierhaus. Ein überdachter Biergarten auf der anderen Straßenseite, Stallungen und ein Turbinenhaus für die eigene Stromerzeugung komplettierten das Gebäudeensemble.


1899 001 Gehlberger Muehle
Abb. 1899-001

1908 001 Gehlberger Muehle

Abb. 1908-001

1908 002 gehlberger muehleAbb. 1908-002

In den letzten Jahren des 2. Weltkrieges wurde aus dem Logierhaus ein Altersheim. Makabererweise befand sich nur für dieses ein Waldfriedhof in unmittelbarer Nähe. Die Bierhalle war ausgebaut worden und war Gefangenenlager. Zudem wurden Kriegsflüchtling in den Gebäuden untergebracht.

1952 wurde das Altersheim aufgelöst. Der FDGB pachtete das gesamte Objekt als Erholungsheim. Die Besitzerin, Frau Becker, wurde im Herbst 1953 enteignet und nach Altenburg zwangsumgesiedelt. Aus der Gehlberger Mühle war nun das FDGB-Erholungsheim „Jonny Schehr“ geworden.

Zwischen 1954 und 1967 nutzte man die ehemalige Bierhalle als Turnhalle.

Ab 1969 wurde aus dem Erholungsheim die Bezirks-Gewerkschaftsschule. Anfang der 1980er-Jahre liefen die Arbeiten für einen Neubau dieser Schule. Im Herbst 1983 war Einweihung. Die versorgungstechnische Erschließung (Wasser/Energie) dauerte aber bis 1985.
Nach der Wende wurde aus der Gewerkschaftsschule eine Ausbildungseinrichtung für Gastronomen. In dem Objekt gab es 10 Wohnungseinheiten, welche wegen ihres damaligen Komforts anfangs begehrt waren. Das änderte sich mit dem Aus für die Berufsbildungseinrichtung 1998 schlagartig. Das Objekt gehört nunmehr einem in Südafrika wohnenden Niederländer, der sich um nichts kümmert.


052 2020 1011 GehlbergerMuehle webAbb. 052-2020


1899 002 Gehlberger MuehleAbb. 1899-002