1912 gründete Albert Kühn durch Umbau der Scheune des „Schusters-Fritz“ das „Café Waldesruhe“ in der Hauptstraße 19.
Abb. 1914-002Obwohl es auf diesem Bild um die Eröffnung der Bäckerei Wirsing 1914 geht, kann man links das 2 Jahre zuvor eröffnete Cafè Waldesruhe gut sehen. |
Zu seinem Leidwesen erhielt Kühn keine Konzession zum Ausschank von Alkohol. Als 1927 das neueröffnete Café Schmidt als Konkurrenzunternehmen diese Konzession bekam, wurde Leopold – der Sohn Albert Kühns – beim Landratsamt vorstellig. Es gab zwar nun außer dem Café Kühn ein zweites, aber Leopold durfte nun auch Alkohol ausschenken.
1952 gehörte das Gebäude zwar immer noch Leopold Kühn, aber er war jetzt Wirt für die „HO“, welche das Café bewirtschaftete.
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1962 versuchte Leopold Kühn sein Haus als Ferienobjekt an das PI Erfurt zu verpachten (PI = Pädagogisches Institut). Das wurde ihm untersagt. Er musste in seiner Gaststätte FDGB-Urlauber beköstigen.
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Auf dem Foto das sind KEINE FDGB-Urlauber, sondern die Mitglieder des Gesangsvereins, welche einen Auftritt außerhalb Gehlbergs haben und vor Leopolds Gaststätte auf den Bus warten. |
1968 verpachtete er das Lokal an seinen Enkel Hans-Eberhardt Kemter. Der gab aber nach nur einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen auf.
1980 wurde das Haus durch den VEB Dachziegelwerk Sömmerda aufgekauft und Betriebsferienheim. 1982 übernahm der VEB Thüringer Ziegelwerk Erfurt dieses Ferienheim und betrieb es bis zur Wende.
Heute ist das leerstehende, verfallende Haus in der Hauptstraße 19 zu einem Schandfleck mitten im Ort geworden.
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Abb. 1914-002
Abb. 1955-014
Abb. 084-2020
Abb. 0032-017