Autor: Wolfgang Schramm (2026)
Vorbemerkung von Reinhard Schmidt:
In den Jahreskapitel von 1965 bis 1989 finden Sie Bezugnahmen auf verschiedene Akteneinträge zum Antennenbau für das Geratal. Weil Pläne oder Vorhaben der Gemeinde nicht immer Realität wurden, befragte ich – so möglich - Zeitzeugen. Bei der Thematik „Antennenbau“ war Wolfgang Schramm dieser Zeitzeuge. Im Nachfolgenden werden seine Erinnerungen zum Antennenbau im Geragrund wiedergegeben.
Mitte, Ende 1960 beschafften sich einige Bewohner des Gehlberger Grundes einen Fernseher. Gerhard Schubert, Waldemar Schramm, Peter Erdmann, Peter Eschrich und Klaus Gebser versuchten, Antennen zu installieren. Nach mehr oder weniger erfolglosen Versuchen ein akzeptables Fernsehbild zu bekommen, suchte man nach anderen Möglichkeiten.
In Lauscha gab es eine PGH, welche Antennenanlagen in Tälern installierte.
Waldemar Schramm wurde beim Bürgermeister, Kurt Heinz, vorstellig und trug seine Bitte, die Installation einer Fernsehanlage zu genehmigen, vor. Der Bürgermeister und sein Gemeinderat befürworteten den Bau und übernahmen den größten Teil der Kosten.
Die 1. Antennenanlage wurde auf dem Buch, am Rehbockssprung, auf einem Baum errichtet. Den Baum stellte uns Förster Hochsattel zur Verfügung.
Die Antennenleitung und die Stromversorgungsleitung wurden vom RAW Ferienheim über das Buch zur Fernsehantenne verlegt. Vom RAW Ferienheim wurde eine Freileitung durch das Tal bis zum Bahnhof, mit Anschluss an das Glöckchen imTal verlegt. Jeder Bürger erhielt von der Freileitung eine Schleife zum Hausanschluss für einen Unkostenbeitrag von 150 Mark.
Zum Einstellen der Antennenanlage wurde eine Telefonanlage von der Geratalstraße 22 bis zur Antenne auf dem Buch installiert. Die Fernsprecher und das Kabel besorgte Waldemar Schramm aus Restbeständen der Deutschen Reichsbahn.
Leider war die Antennenanlage sehr störanfällig und musste immer wieder instand gesetzt werden. Diese Aufgabe übernahmen meist die Anwohner Waldemar Schramm, Peter Eschrich, Rolf Schimmel, Waldemar Walch, Klaus Gebser, Eberhard Greiner, Hermann Hartwig und Wolfgang Schramm.
Wegen der Störanfälligkeit und Erweiterung des Fernsehprogramms wurde beschlossen, 1975 die Fernsehanlage in Ortsnähe oberhalb der “Eschen“ zu errichten
Es wurden 2 Holzmasten mit Antennen aufgestellt. Von der neuen Anlage wurde ein Erdkabel mit Anschluss für jedes Haus verlegt. Vom „Glöckchen“ (Verstärker) zum Haus von Hermann Hartwig (Verstärker) zum RAW Heim (Verstärker) und in die andere Richtung zum Haus von Peter Eschrich (Verstärker) weiter Richtung Bahnhof (Verstärker). Die Erdarbeiten zum Verlegen des Kabels erledigten die Bewohner der Geratalstraße und des Bahnhofs Bahnhof.
Der Fernsehempfang wurde immer schlechter, auch wollte man mehr Sender empfangen, als es die alte Anlage ermöglichte.
Deshalb wurde eine dritte Anlage ca. 150 m über der alten geplant. Zwei Stahlmasten aus ausgemusterten Reichsbahnbeständen wurden eingegraben und mit Antennen versehen.
Jetzt war das Problem eines störungsfreien Fernsehempfangs endlich gelöst. Nun war es, möglich alle Programme (auch aus dem „Westen“) zu empfangen. Zum Schutz der Anlage wurde ein Zaun errichtet.
Nach der Wende 1989 ergaben sich für einen guten Fernsehempfang andere Möglichkeiten im Tal.
Bis 1992 errichteten die Anwohner des Grundes eigene Empfangsanlagen an ihren Häusern und machten sich so von der Antennengemeinschaftsanlage unabhängig.
Nach 1992 wurde deshalb die Anlage abgebaut und entsorgt.