Autor: Reinhard Schmidt (2022)
In der Gräfenrodaer "Wilhelmshütte" arbeitete nach dem Krieg bis Anfang der 50er-Jahre eine Johanna Schmidt als technische Assistentin. Diese leitete nebenbei eine AG Theater und auch die Singegruppe "Glasscherben". Für deren Auftritt zu den Festspielen der Volkskunst suchte man ein neues Lied. Von diesem Problem erfuhr Fanz Knappe (ein damals bekannter Skispringer aus dem Nachbarort). Er sagte Frau Schmidt, dass er einen Bekannten in Suhl habe, der selbst Lieder schreibe. Und so fuhren Franz Knappe und Johanna Schmidt mit dem Motorrad von Gräfenroda nach Suhl in das Frisörgeschäft von Roth Senior.
Herbert Roth übergab den beiden eine handschriftliche Kopie seines neuen Liedes "Ich wand're ja so gerne". Mit diesem Titel wurden die "Glasscherben" Anfang der 50er-jahre Sieger des Landesausscheids. Der Rundfunk der DDR interessierte sich für das Lied. Frau Schmidt erklärte, woher es stammt und übergab dem Rundfunkt die handschriftlichen Unterlagen des Herbert Roth. Danach nahm das Lied seinen Weg und wurde als "Rennsteiglied" zur heimlichen Landeshymne der Thüringer.
Abb. 2022-043 |
Zeitzeuge: Johanna Stegert (geb. Schmidt)