In der Gemeindevertretersitzung vom 23. Januar stand das Dauerthema „Wohnungsknappheit“ wieder einmal auf der Tagesordnung. Bereits 1956 hatte man beschlossen, dem Problem durch Gründung einer AWG (Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft) beizukommen. Die dafür notwendigen mindestens 30 Mitglieder waren aber nicht aufzubringen. Außerdem sprach sich Gehlberg gegen die vom RdB (Rat des Bezirkes) favorisierte 3-4 geschossige Großblockbauweise aus.6)
Im März gab Emmy Scholz ihren Laden in der Hauptstraße 35 auf, und Ernst Greiner eröffnete an gleicher Stelle eine Eisdiele.7)
Am 16. April ging ein Schreiben der Landwirtschafts- und Gartenbauausstellung der DDR bei der Gemeinde ein. In diesem wurde informiert, dass man das Froschhaus für mindestens 5 Jahre gepachtet habe. Gleichzeitig stellte man den Antrag auf Anschluss ans örtliche Trinkwassernetz.10)
Die Gemeindevertretersitzung legte am 13.06. fest, dass die Quelle am Venezianerbunnen gefasst und zur Wasserversorgung des Ortes zu nutzen sei. Das Material lieferte der VEB Beton- und Wasserleitungsbau Arnstadt. Die Bauausführung erfolgte im NAW.
In der gleichen Veranstaltung wurde konstatiert, dass die Chancen des Ortes, ein Kulturhaus zu bauen (siehe 1950), gering seien. Da aber das FDGB-Ferienheim „Frieden“ die Absicht habe, einen Saal anzubauen, sei es sinnvoll, diesen auch für die Gehlberger nutzbar zu machen. (Anm. R. Schmidt: Ein solcher Saal wurde nie gebaut.)
Bei den Gemeindevertretern erregte es Unmut, dass Förster Gering (Vater von Rudi Gering) im unteren Teil der Abfahrtsstrecke vom Brand Bepflanzungen vornehmen lassen hatte.2)
Am 1.7. wurde der Umbau des Postamtes mit einem neuen, völlig modernisierten Inneren abgeschlossen. Die Leitung übernahm, aus Oberhof kommend, Herr Gerhard Glanz.
Ebenfalls am 1. Juli ging der Auftrag zur Fassung der Quelle am Venezianerbrunnen an den VEB Beton- und Wasserleitungsbau.11)
Am Brand, unterhalb des Brandweges, baute der Schkopauer Betrieb „BUNA“ eine große Skihütte für seine Urlauber und sorgte in diesem Zusammenhang auch für eine Stromleitung zum Brand.6)
Dem Antrag des Gerhard Schubert auf Übernahme der Bahnhofsgaststätte 8) wurde am 19.08. entsprochen.9)
In der Gemeindevertretersitzung vom 28. August gab es etliche schlechte Nachrichten. So drohte sich der geplante Bau einer Sprungschanze zu verschieben und der Bau einer neuen Gemeindewaage und des Springbrunnens im Kurpark „Ritterstraße“ sollten Opfer von Zementknappheit werden. Tagestouristen beklagten sich, weil sie in Gehlberg nichts zu Essen bekamen. Wie schon bei der Abfahrtsstrecke am Brand waren auch am Slalomhang zum Schneetiegel unabgestimmt Bepflanzungen vorgenommen worden. Unmut erregte auch der Zustand der Straße zwischen Bahnhofstunnel und Bahnhof, für welchen die Reichsbahn zuständig war.3)
![]() Auftritt der Gehlberger Werkchores zu 75 Jahre Schott & Gen. Jena am 06.09.1958 |
Der Fleischermeister Albert Schmidt (Hauptstraße 47) trat am 1.10. der Produktionsgenossenschaft des (Fleischer-) Handwerks Suhl bei.
In der Gemeindevertretersitzung vom 5. November wurde informiert, dass für 1961 der Baubeginn der Sprungschanze genehmigt worden sei und dafür 15000 Mark Lottomittel zur Verfügung stehen. Für 1960 war der Offenstallbau für 75 Kälber genehmigt. Standort sollte in der Flur „Hirschstall“ sein. Angesichts der bevorstehenden Sanierung der Schmücker Straße machten Anwohner darauf aufmerksam, dass zuvor die Häuser, welche bislang nur Sickergruben hatten, an die Kanalisation angeschlossen werden müssten.4)
Frau Paula Kirchner (Hauptstraße 7/Hintergebäude) baute die 1. Etage ihres Geschäftshauses zur Wohnung aus.
Das Gehlberger Glaswerk schrieb 6 Lehrstellen für Apparatebläser und 5 für Hohlglasmacher aus.1)
In der nichtöffentlichen Gemeindevertretersitzung am 6. Dezember wurde die Viehzählung vom 03.12. ausgewertet und es musste mal wieder festgestellt werden, dass die Vorgaben für Schlachtvieh nicht erreicht wurden. Auch die Probleme mit der Obst- und Gemüseversorgung waren nicht neu. Deshalb wurde beschlossen, 1960 eine spezielle Verkaufsstelle für Obst und Gemüse einzurichten.5)
Gegen Jahresende gründete sich die Gehlberger Instrumentalgruppe „Heimatfreunde“.
1) Stadt- und Kreisarchiv Arnstadt . Bestand Gehlberg . Signatur 204
2) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 13.06.1959 . Protokoll der Gemeindevertretung am 13.6.1959
3) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 05.11.1959 . Protokoll der Gemeindevertretung am 28.8.1959
4) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . Protokoll der Gemeindevertretung am 5.11.1959
5) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 06.12.1959 . Protokoll der nichtöffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung am 6.12.1959
6) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . 454 . 23.01.1959 . Protokoll der Gemeindevertretung vom 23.1.1959
7) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . 714 . 10.03.1959 . Protokoll über die Sitzung des Rates der Gemeinde am 10.03.1959
8) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.11. . lfd. Nr. 480 . 23.07.1959 . Schreiben Gerhard Schubert an Gemeinde
9) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.11. . lfd. Nr. 480 .19.08.1959 . Schreiben Gemeinde an Schubert
10) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.14. . lfd. Nr. 724 . 16.04.1959 . Antrag der Landwirtschafts- und Gartenbauausstellung
11) ) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.14. . lfd. Nr. 724 . 01.07.1959 . Rat der Gemeinde an VEB Beton- und Wasserleitungsbau