1960

Autoren: K.-J. Schmidt bzw. Reinhard Schmidt (1968 bzw. 2021) 


Abb. 1960-003
Die Skiwanderer auf dem Bild sind ganz offensichtlich Urlauber, denn die Einheimischen nutzen den alten Schmücker Weg, um wieder ins Dorf zu kommen. 

Abb. 1960-004
Dieses Foto wurde in Höhe des Abzweiges zum Gemeindeamt in Richtung Unterdorf gemacht. 

Der am 5.7.1959 begonnene Umbau des alten Konsums (Hauptstraße 28) zu einem Selbstbedienungsgeschäft wurde am 27.1. vollendet. Im Nordteil befand sich nun ein Lebensmittelgeschäft, im Südteil ein Industriewarenladen.

In der Gemeindevertretersitzung am 2. Februar wurde informiert, dass bei den gemeindeeigenen Objekten aus finanziellen Gründen Instandsetzungsmaßnahmen nur in Ritterstraße 5 und Bergstraße 8 erfolgen könnten. Die Pflasterung der alten Schmückerstraße könne nicht bis zum Wasserwerk, sondern nur bis zum Forsthaus erfolgen, weil die Kosten für die Kanalisation höher als veranschlagt waren. Weil die Qualität der Pflasterarbeiten mangelhaft sei, wurde eine Kontrolle durch Abteilung „Verkehr“ des RdK (Rat des Kreises) gewünscht. Es wurde beschlossen, das Grundstück „Griebel“ für das Waldbad zu kaufen.1)
Die „Gehlberger Hütte“ auf dem Schneekopf wurde mit der Begründung der Einrichtung von „Anlagen zum Zwecke der Landesverteidigung“ abgerissen. Der Schneekopf wurde ab dem 01.03.1960 militärisches Sperrgebiet und komplett von der Sowjetarmee vereinnahmt.

In der Gemeindevertretersitzung vom 29. März kamen u. a. folgende Themen zur Sprache:
Landwirtschaftliches:
- Bau eines Jungrinder-Offenstalls;
- Erfassung nichtbewirtschafteter Flächen;
- Nutzung der Rodelandflächen des Forsts durch die LPG Schmeheim;
- Gewinnen von Gehlbergerinnen, welche für die LPG das Heu und Grummet bearbeiten;
- Ermitteln der Flächen, auf denen 1959 Kartoffeln angebaut worden waren und diese gemäß der 3-Felder-Wirtschaft bis einschließlich 1961 für den Kartoffelanbau zu sperren.
Baumaßnahmen:
- Baubeginn für Offenstall am 2.6.60;
- Neupflasterung des Schuleinganges, Auffüllen des Schulhofs mit Beerbergkies, Überdecken des Steinbelags am Schuleingang mit Zement und Malern des Flurs;
- bis 1.5.60 Einrichten des Spezialgeschäfts für Obst und Gemüse in der Hauptstraße 49 (Fenner);
- neu eingerichteter Industriewaren-Laden in Hauptstr. 28 braucht Lagerfläche;
- Bau eines Feuerwehrgerätehauses Typ III;
- Fertigstellen der Gemeindewaage;
- Instandsetzung der beiden Hochbehälter im Wasserwerk;
- geplanter Bau einer Tankstelle durch VEB MInol Erfurt oberhalb des Gaskessels entfiel, weil das Material für den Bau zweier Großtankstellen der IGA gebraucht werde;
- Instandsetzungsarbeiten am Waldbad (Bodenzementierung);
- Straßenbauarbeiten an alten und neuen Schmückerstr. ab 1.5.;
- Beschaffung eines einscharigen Schneepflugs als Ersatz für den Spitzpflug;
- Aufbau den Röntgenapparates;
- Bau einer Kegelbahn in der TH des Jonny-Schehr-Heims;
- es entstand die Idee, das Material der abzureißenden "Gehlberger Hütte" vom Schneekopf zum Bau einer Sauna im Ort zu verwenden; 2)

Am 20. Mai hatte sich die Situation schon geändert:
- Die LPG Schmeheim lehnte den Offenstallbau 1960 ab.
- Die Mittel für den Straßenbau (40000 M) waren immer noch nicht freigegeben.
- Schulleiter Hackel wollte lieber auf Malerarbeiten in der Schule verzichten und stattdessen eine Heizungsumstellung. Zudem machte er darauf aufmerksam, dass für die angestrebte Schulspeisung die notwendigen Mittel zu beantragen seien.3)

Die Arlesberger Straße wird mit der Begründung, dass in dieser der Kindergarten ist, zur Spielstraße.3)

 

1960 020 WagnerAbb. 1960-020
Der Chor singt zum 65. Geburtstag von Hermann Wagner am 16.06.1960 in der Schulstraße 6.

 


1960 007 Postbots Paul DienstAbb. 1960-007
Postbots Paul in seinem letzten Dienstjahr
Er steht an der Gabelung der Arlesberger Straße von der Hauptstraße. Mit Schaukasten im Hintergrund machte die Drogerie des Herrn Scheidt auf sich aufmerksam. 

Der am 5.7.1959 begonnene Umbau des alten Konsums (Hauptstraße 28) zu einem Selbstbedienungsgeschäft wurde am 27.1. vollendet. Im Nordteil befand sich nun ein Lebensmittelgeschäft, im Südteil ein Industriewarenladen.

Die Alte Schmückerstraße wurde bis zum Forsthaus gepflastert, die Neue Schmückerstraße mit Schotter belegt und gepflastert.

1960 001 Schmuecker Strasse gepflastert2
Abb. 1960-001
Blick von der Einmündung Bergstraße/Haselbrunnstraße in Richtung Hauptstraße über den bereits gepflasterten Teil der Schmücker Straße. 
1960 002 Schmuecker Strasse gepflastert1
Abb. 1960-002
Blick vom gleichen Standort bergwärts über die noch in Arbeit befindliche Schmücker Straße. 

Die Verkaufsstelle 256 (Industriewaren) erhielt mit dem Schreiben vom 14.07.1960 die Anweisung, dass ab sofort auch für Waschmaschinen, Kühlschränke, Gas- und Elektroherde, gusseisene Badewannen und Warmwasserspeicher das gleiche Bestellverfahren gilt, wie bislang für Pkw und Fernsehgeräte. Ausdrücklich wurde festgelegt, dass Arbeiter von Schwerpunkbetrieben, Aktivisten vorrangig zu berücksichtigen seien.5)

Zur Beweidung der Flur brachte die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) Schmeheim 80 Kälber auf eine Fläche unterhalb des Brandes.

Das Eisenhüttenkombinat Calbe/Saale, welches die Schmücke als Heim für seine Urlauber übernommen hatte, besaß nun ein Geschirr für 2 Pferde zum Abholen des Gepäcks vom Bahnhof.

Die Fa. Emil Fleischhauer hatte sich seit diesem Jahr neben der traditionellen Glasbläserei und Schleiferei ein zusätzliches Standbein geschaffen. Dieses war die Quarzglasschleiferei für die Fernsehelektronik in Berlin.

In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres am 5. Dezember dominierten schulische Themen. So sollten dringend die Voraussetzungen für eine 10-klassige POS geschaffen werden. Konkret bedeutete dies, teure Unterrichtsmittel für den Physikunterricht anzuschaffen, die Ofenheizung durch eine Dampfheizung zu ersetzen, eine geeignete Turnhalle zu schaffen. (Die Turnhalle beim Jonny Schehr war nicht beheizbar, die Halle auf dem Schottgelände war wegen des kalten Betonbodens im Winter nicht nutzbar.) In der gleichen Veranstaltung wurde auch über den Bau einer Tankstelle gesprochen. Zu deren Vorbereitung sollte der nicht mehr betriebene Gaskessel am unteren Ortseingang entfernt werden.4)


1960 006 Postkarte
Abb. 1960-006 

 


1) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 02.02.1960 . Protokoll über die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung in Gehlberg am 2.2.1960
2) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 29.03.1960 . Protokoll über die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung in Gehlberg am 29.3.1960
3) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 20.05.1960 . Protokoll über die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung in Gehlberg am 20.5.1960
4) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . 07.12.1960 . Protokoll über die öffentliche Sitzung der Gemeindevertretung am 7.12.1960
5) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.11. . lfd. Nr. 802 . 14.07.1960 . Schreiben der KG Zella-Mehlis

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