1966

Autoren: K.-J. Schmidt bzw. Reinhard Schmidt (1968 bzw. 2024) 
Der Bäckermeister Budack konnte seit geraumer Zeit aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht ununterbrochen ausüben, sondern musste öfters pausieren und ging nun endgültig in den Ruhestand. Seine Frau führte das im gleichen Hause (Hauptstraße 23) befindliche Lebensmittelgeschäft zwar weiter, jedoch ging der Umsatz zurück, weil die Kunden im gegenüberliegenden Konsum sowohl Lebensmittel als auch Backwaren kaufen konnten. Aus diesem Grunde verpachtete Herr Budack nun Laden und Bäckerei an den Bäcker Schilling, der bisher in Meiningen tätig war. Sein Brot soll wesentlich besser gewesen sein, als das “Konsumbrot“.

In der Gemeinderatssitzung vom 28. Februar wurde die Idee, Schulklassen in der Baracke am Hirschstall unterzubringen, abgelehnt. Man sprach sich für die Umwidmung einer Lehrerwohnung im Schulhaus in 2 Klassenräume aus. Allerdings konnte sich der Gemeinderat gut vorstellen, den Kindergarten in der Baracke unterzubringen.1)
Bereits in der Ratssitzung vom 1. April war das Thema vom Tisch, weil der Rat des Bezirkes in der Baracke ein Betriebsferienheim einrichten wollte. Dafür wollte der Bezirk eine Lösung für den Kindergarten finden.3)

Die Gemeindevertretung befürwortete die Gewerbegenehmigung für Klaus Schenk als Frisörmeister. Er führte das Geschäft seines Vaters weiter.7)

Die Konsumgenossenschaft beabsichtigte den unteren Laden zur einzigen Lebensmittelverkaufsstelle zu machen. Diese Absicht war Ursache für viele Diskussionen. Die Einwohner hielten die Räumlichkeiten für zu klein. Sie befürchteten Stauungen und Andrang in den Hauptgeschäftszeiten. Außerdem glaubte man, dass es durch das Fehlen einer Ausweichmöglichkeit bei berechtigter Unzufriedenheit eine Art Monopolisierung entstehen könne. Eine Einflussnahme auf gute Gestaltung des Warenangebotes und die Verkaufskultur wäre dadurch nicht mehr möglich.

1966 wurde mit der Einführung der 5-Tage-Arbeitswoche begonnen. Zunächst war nur jeder 2 Samstag arbeitsfrei (aber nicht schulfrei). Damit einher gingen etliche Umstellungs- bzw. Organisationsprobleme. Diese lassen sich anhand der Abbildungen 1966-002 bis 004 erkennen.

Abb. 1966-002

1966 003Abb. 1966-003

1966 004Abb. 1966-004



Im Waldbad wurden die Toiletten mit Wasserspülung versehen.

In der Ratssitzung vom 8. Juli entstand infolge des Berichtes zur Schulbegehung eine Diskussion über notwendige bauliche Änderungen bis hin zur Perspektive der Klasse 10 – es mangelte an Schülern.4)

Bis zum September hatte sich an der schlechten Situation des Kindergartens nichts geändert. Deshalb erinnerte die Gemeindevertretung den Rat des Bezirkes an seine im April gegebene Versprechung. In der gleichen Versammlung erbat der Leiter des Blasorchesters, Heinz Lapp, 2000 MDN (Mark der Deutschen Notenbank) für neue Instrumente. Weil das Orchester immer präsent war, wurde ihm die Summe bewilligt. Das bewog den Leiter des Männerchores, Gerhard Kühn, an die schlechten Auftrittsbedingungen (defekter Vorhang im Saal des „Daheim“) zu erinnern.5)

Im September wurde der Winterdienst organisatorisch vorbereitet. Gehlberg wurde verpflichtet den Stützpunkt Oberhof bei der Straßenräumung zu unterstützen. Dazu erklärte man sich unter zwei Bedingungen bereit:
1. Der Bürgermeister erhält Weisungsbefugnis gegenüber dem forstbediensteten Räumfahrzeugführer Elflein.
2. Bei extremen Schneefall räumt Gehlberg nicht bergauf zur Schmücke.8)

Schulstraße und Alter Mühlweg (bis zum Haus Volckhold) erhielten eine Teerdecke.

Betriebssportgemeinschaften (z. B. aus Mühlhausen) bauten einen einfachen Schlepplift für die Skisportler am Waldrand neben der Froschwiese (Wiese unterhalb des seinerzeit vom Professor Frosch aus Arnstadt gebauten Hauses).

Im November wurde vor dem Gemeinderat Rechenschaft über die Erfüllung des Haushaltsplanes abgelegt. Es wurde konstatiert, dass leider die Hälfte der für die Schule und die Feuerwehr vorgesehenen Finanzen nicht ausgegeben werden konnten, weil es an Material und Handwerkern mangelte.6)

Am 14.12. erhielt Erich Fischer die Konzession zum Betreiben der Bahnhofswirtschaft.9)

In der Gemeindevertretersitzung vom 19. 12. kam es zu einer Auseinandersetzung mit der KG Zella-Mehlis (KG=Konsumgenossenschaft). Deren Vorstellung zur Umgestaltung der Lebensmittelverkaufsstelle (Hauptstraße 28) – speziell deckte sich nicht mit den Wünschen der Gehlberger.



1) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd.Nr. 450 . 28.02.1966
2) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd.Nr. 450 . 19.12.1966
3) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd.Nr. 450 . 01.04.1966
4) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd.Nr. 450 . 08.07.1966
5) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd.Nr. 450 . 30.09.1966
6) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd.Nr. 450 . 14.11.1966
7) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr.712 . 12.03.1966 . Protokoll über die Sitzung des Gemeinderates am 12.03.1966
8) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr.712 . 16.09.1966 . Protokoll über die Sitzung des Gemeinderates am 16.09.1966
9) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.11 . lfd. Nr. 480 . 14.12.1966 . Vorläufige Konzession an Erich Fischer

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