1967

Autoren: K.-J. Schmidt bzw. Reinhard Schmidt (1968 bzw. 2021) 
Der Beschluss Nr. 23 vom 30.01. über das Arbeitsprogramm der Gemeindevertretung und ihrer Organe für das Jahr 1967 enthielt folgende Punkte:
- Forderung nach Instandsetzung der Straße Gehlberg-Kehltal;
- bis 1.6. Abschluss der Beschilderung im Ort;
- Reinigung Hochbehälter und Quellstuben (Wasserwerk);
- Waschstützpunkt in Gemeinde ist bis 1.5. zu renovieren;
- Urlauberquoten Sommer/Winter:
   • FDGB 248/336
   • DER 11/75
   • Betriebsheime 270/270
   • Skihütten 50/50
   • Privat 24/54;
- Streichen des Anlaufes und des Kampfrichterturms der Schanze;
- Maschendrahtzaun an Sportplatzstirnseite u. Streichen der Schuppen, Reinigen der Wassergräben;
- nötigste Instandsetzungen an der Turnhalle im Geragrund;
- Waldbad: restl. Maschendrahtzaun anbringen, Streichen Toiletten, Umkleiden und Duschen, Anbringen eines Eingangstores, Gräben für Lichtleitung von Leuna-Hütte bis Bad bis 31.5. fertigstellen;
- Toilettenbau Schule als Schwerpunkt des Jahres 1967;
- Teilweise Dachneudeckung und Dachrinnen am Schulhaus;
- "Heller-Acker" neben Höfner im NAW als Spielgarten herrichten;
- Rattenbekämpfung am Roßbach;
- Kehltal in Winterdienst einbeziehen (Notweg bei Schneeverwehung des Rennsteigs);
- Einhaltung der Ruhetage und Öffnungszeiten durch die Gaststätten, damit "...bei Gewährung des freien Tages, der auf Grund der 45-Stundenwoche den in den Gaststätten Beschäftigten alle 14 Tage zusteht ....",
- Bepflanzung der Schillingswiese, welche zukünftig als Kurpark dienen soll;
- 4 neue Hydranten;
- prüfen, ob der ehemalige Gaskessel als Löschwassertank genutzt werden kann;
- Zusammenkünfte der Jugend im Klubraum der Gemeinde;
- Qualifizierung der Jugendmusikgruppe (?);
- Einbeziehen der Dorfjugend in die Pflege von Waldbad, Sportplatz und Sprungschanze.1)
Der Haushalt der Gemeinde sah dafür 146 000 MDN (Mark der Deutschen Notenbank) vor.2)

Ebenfalls am 30. Januar wurde der Beschluss 25 über die Flächenneuordnung der Gemeinde Gehlberg gefasst:
- LPG erhält 35 ha am Imstrich, Schindershieb, Schoppenwiese/Köpfchen, Ritter/Achsenhag und Brand/Haselbrunn; ⇒(Ergänzung2021-001) 2021 Flurnamen in und um Gehlberg
- 16 ha davon werden bis 1980 aufgeforstet;
- Heuwerbung durch LPG hinter der Glashütte und an der Großen Wiese, durch den Forst an der Schoppenwiese und am Hirschstall (4 ha)3)

In der Gemeindevertretersitzung vom 10. März wurde die dringende Notwendigkeit zur Instandsetzung des Tanzsaals im Hotel „Daheim“ wiederholt thematisiert.

Der seit dem Vorjahr andauernde Zwist zwischen der Gemeinde und den Vorstand der KG Zella-Mehlis (KG=Konsumgenossenschaft) wurde im April mit einem Kompromiss beigelegt.4)

In der Gemeindevertretersitzung zum Tag des Lehrers (12. Juni) beschäftigts man sich schwerpunktmäßig mit Schulproblemen. Noch waren die Arbeiten für eine Toliettenanlage und einen Klassenraum in vollem Gange, da wurde die Frage nach einer Turnhalle gestellt. (Seit 1954 nutzte man den Flachbau des Jonny Schehr für den (Schul-)Sport. Deren Zustand war über die Jahre nahezu unzumutbar geworden.) Und angesichts schwieriger Bedingungen für den Kindergarten wurde auch die Frage aufgeworfen, außer der Turnhalle auch einen Kindergarten an die Schule anzubauen.
Im Zusammenhang mit dem desolaten Saal des Hotel „Daheim“ kam der Vorschlag, den Speisesaal des VEB Schott für größere Kulturveranstaltungen zu nutzen.6) 7)


 
Das Seitengebäude auf dem Schulhof wurde umgebaut. Diese Arbeiten wurden vom Schulleiter Nemitz initiiert. Viele Einwohner arbeiteten dabei freiwillig und ohne Bezahlung (NAW). Es wurden hygienisch einwandfreie und moderne Schüler- und Lehrertoiletten geschaffen und ein zusätzlicher Klassenraum gewonnen, der eine Gas-Außenwand-Heizung erhielt.

 
1968 006 Turnhalle 06Abb.1968-006
Dieses Foto entstand ein Jahr später, als der Anbau der Turnhalle vorbereitet wurde. Links im Bild der sanierte Toilettentrakt. Rechts der angebaute Klassenraum.



Bei regenreichem Wetter wurden Manöver der NVA (Nationalen Volksarmee) durchgeführt (im Raum Gehlberg am 16. und 16. Juni) . Dabei entstanden erhebliche Schäden an Wald- und Feldwegen (ca. 7000 MDN). Ein Panzer T54 beschädigte die Langebachbrücke neben dem Bahngelände (Weg zum Kamerun) und stürzte ins Wasser. Er wurde erst nach einigen Tagen geborgen.5)

Auf der Eisenbahn verkehrten die ersten Diesellokomotiven des Babelsberger Werkes (V 180). Dadurch hörten die durch Funkenflug der Dampflokomotiven öfters auftretenden Waldbrände auf.

Die Fünf-Tage-Arbeitswoche wurde ab August durchgängig eingeführt (seit 1966 war das bis dahin nur 14-tägig).

Bereits zur Gemeindevertretersitzung am 18. September legte der Schulleiter Nemitz einen Plan vor, wie der derzeit laufende Bau für die Toiletten durch eine Turnhallenbau erweitert werden könnte. Die Kosten wurden mit 160000 MDN veranschlagt. Wermutstropfen dieser Gemeinderatssitzung war die Mitteilung des Kreisschulrats, der einen Kindergarten-Anbau an das Schulhaus ablehnte. 5)

Am 17. November wurde der Entwurf für den Perspektivplan bis 1970 durch den Gemeinderat vorgestellt:
- 1968: Turnhallen-Rohbau; Toilettenanlage des Kindergartens; Straßenbeleuchtung erneuern; Ortsstraßen teeren; Springbrunnen;
- 1969: Fertigstellung der Turnhalle; Vergrößerung des Kindergartens; restliche Ortsstraßen teeren; Außenwände des Waldbads instandsetzen;
- 1970: Musikpavillon; neue Klassenräume; Bau eines Mehrzweckgebäudes (Sauna, Dusche, Klubraum). 8)



Der Bäcker Schilling verließ Gehlberg und übernahm eine Bäckerei in Weimar. Damit stand die die ehemals Wirsingsche Bäckerei des Herrn Budak nun leer.
Mit der Fertigstellung der Konsum-Selbstbedienung-Verkaufsstelle (Hauptstraße 28) war diese das einzige Lebensmittelgeschäft im Ort. Im Laden in der Hauptstraße 38 verkaufte man Industriewaren. Der Obst- und Gemüsekonsum im Hause des ehemaligen Schmieds (Hauptstraße 12) wurde aufgelöst und der Verkauf in den Seitenflügel des Haupthauses verlegt.
Am 31.12. löste man den Textil-Konsum im Hause Volckhold (Hauptstraße 22) auf.

1967 002 LaedenAbb. 1967-002
 

Auf dem Hof des Postamtes erbaute man ein Gebäude für die automatische Telefonzentrale des Ortes.

Mit Erreichen des Rentenalters gab Albert Eckardt die dem Forst gehörenden Pferde ab. Seitdem gab es nur noch ein Pferd (bei Hermann Adolph / Hauptstraße 1).

Arlesberger Straße und Haselbrunnstraße erhielten eine Teerdecke.

1) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 30.01.1967 . Beschluss 23 üb. d. Arbeitsprogramm d. Gemeindevertretung und ihrer Organe f. d. Jahr 1967
2) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 30.01.1967 . Beschluss 24; Haushaltsplan der Gemeinde
3) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 30.01.1967 . Beschluss 25 über die Flächenneuordnung der Gemeinde Gehlberg
4) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 21.04.1967 . Sitzung der örtlichen Volksvertretung
5) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 18.09.1967 . Protokoll der Sitzung der örtlichen Volksvertretung vom 18. September 1967
6) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 12.06.1967 . Protokoll über die Sitzung der Gemeindevertretung vom 12.6.67
7) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 14.08.1967 . Protokoll der Sitzung der örtlichen Volksvertretung vom 14. August 1967
8) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 450 . 17.11.1967 . Entwurf für den Perspektivplan bis 1970
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