Gehlberg forderte die Gemeinde Arlesberg auf, am Ortsausgang Richtung Gehlberg ein Verkehrsverbotsschild aufzustellen. Dies, weil im Winter immer wieder Kraftfahrzeuge nach Gehlberg fuhren und dort – von den Schneemassen überrascht - stecken blieben.2)
![]() Abb. 1958-001
Schneekopf - noch ohne zweiten Turm
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28.1.: Der Hartgummiverarbeitungsbetrieb Bergmann in der Geratalstraße wurde durch staatlichen Zwang Produktionsgenossenschaft des Handwerks. Er erhielt den Namen „PGH Isomat“ und stellte nun aus Plaste Isoliermaterial für Elektrotechnik her.
Am 14. Februar richtet die Gemeinde eine Beschwerde an den Rat des Kreises Suhl, weil das Arnstädter Krankenhaus keine Verletzten aus Gehlberg aufnahm. Die wäre aber gerade in den Wintermonaten, wo es gehäuft Skiunfälle aber auch schwierige Verkehrsbedingungen über den Rennsteig gab, wichtig.8)
Der Gastwirt Oswald Scherschmidt, der am 1.3.1952 die im oberen Stockwerk der Fleischerei Schmidt (Hauptstraße 47) befindliche Gastwirtschaft der Clementine Schmidt (gest. 14. 9. 1954) übernommen hatte, schloss einen Kommissionsvertrag mit der HO ab.

Am 14. März beschloss der Rat der Gemeinde den Dorfarbeitsplan 1958. Wesentliche Inhalte waren: | |||
- | Bepflanzung der Kurparks und des Friedhofs | ||
- | Beschaffen handgeschnitzter Wegweiser für den Ort und Komplettieren des Wegweisernetzes außerhalb des Ortes | ||
- | Instandsetzung der Mauer im Kurpark Ritterstraße | ||
- | Anzeige von Personen, welche Müll wild abladen | ||
- | Erneuerung der Fuhrwerks- und Lkw-Waage bis 31.10. (Nach Möglichkeit B. Adolph den Grund mit der bisherigen Waage abkaufen, und deren Teile beim Bau einer neuen verwenden. | ||
- | Erweiterungsbau der Gehlberger Hütte auf dem Schneekopf bis Sommersaison abschließen | ||
- | Waldbad: | ||
# | Becken ausbessern | ||
# | Dach teeren | ||
# | Umkleidekabinen neu eindecken | ||
# | Zaunreparatur | ||
# | Instandsetzung des Vorwärmbeckens | ||
# | Gedenkecke für Albin Stollberg gestalten | ||
- | Wasserversorgung: | ||
# | Schieberkammern im Wasserwerk reinigen | ||
# | Quellstuben in den Quellgebieten reinigen | ||
- | Werterhaltung der Gemeindehäuser | ||
- | Bedarf an Schneezäunen bestimmen | ||
- | Straßenbau: | ||
# | Kiesschicht auf den Abschnitt Tunnel – Mühlweg | ||
# | Reparatur des Abschnitts RAW – Bahnhofsunterführung | ||
# | Ausbesserung des Bahnhofsvorplatzes und des Tunnels am Glöckchen mit Kies | ||
- | Prüfen, wo durch Dachausbau neue Wohnungen geschaffen werden können | ||
- | Organisieren der Selbstbeschaffung von Brennholz | ||
- | Pflege des Sportplatzes | ||
- | Kinder- und Jugendarbeit: | ||
# | Gemeindeklubraum = Jugendklubraum | ||
# | Ferienspiele | ||
# | Kinderfest | ||
# | Beschaffen und Lagern von Luftgewehren | ||
# | Günden eines Funker-Zirkels | ||
# | wöchentliche Lesestunde für die Schüler in der Bücherei | ||
- | Erfassen der landwirtschaftlich genutzten Flächen und deren Nutzungsart | ||
- | Bereitstellen von Brachflächen zur Nutzung durch die LPG Schmeheim | ||
- | Bekämpfung von Kartoffelkäfern bzw. Wildschweinen 10) |
Am 1.4. wurden die beiden Wohnungen bezogen, die durch den Ausbau des Dachgeschosses der Schule (begonnen 1956) gewonnen worden waren.
Am 3. April ging der Auftrag an den Holzbildhauer Arno Walther, für den Ort folgende Schilder anzufertigen:
- „Auerhahn“ an der Ecke Ritterstraße / Schmückerstraße
- „Schwimmer“ an der Ecke Schmückerstraße / Haselbrunnstraße
- „Orgineller Reisender mit Koffer“ am Bahnhof
- „Mönch mit Stein auf der Schulter“ Ecke Post
- „Großer Hirsch für Wegweiser-Dreick an der Eiche im Geratal 7)
Dieser Wegweiser stand am Bahnhof am Abzweig Geratalstraße/Bahnhofsweg (Räther-Weg) |
Am 1.7. machte man auf staatlichen Druck die Firma Heinrich Hartwig (Reparatur von medizinischen Spritzen) in der Hauptstraße 37 zu einer „Kommanditgesellschaft mit Staatlicher Beteiligung“.
Die „Zentrale Schulungsstätte der Deutschen Post“ wurde zum FDGB Ferienheim „Frieden“ umgebaut und nahm im Juni die ersten Gäste auf. Leiter der Einrichtung war Max Ferber.
Seit Juni gab es mit der Milchversorgung organisatorische (besser gesagt – bürokratische -) Probleme. Bislang wurde die Milch vom Arnstädter Milchhof per Eisenbahn in Kannen angeliefert. Vom Bahnhof wurden die Kannen mit dem Postauto, dass ohnehin vom Bahnhof zum Ort fuhr, zur Konsum-Verkaufsstelle in der Elgersburger Straße mitgenommen. Der bisherige Verkaufsstellenleiter des Milch- und Fleischereiladens hatte die Kannen am Bahnhof vom Zug ins Postauto verladen. Nun wurde verfügt, dass der Milchhof für die Lieferung bis zum Laden zuständig sei. Es bedeutete einigen Aufwand, dafür eine praktikable Lösung zu finden.5)
Im Mai wurden in einer Gemeinderatssitzung die Gerüchte um diverse Baumaßnahmen auf dem Schneekopf thematisiert.3)
Diese sollten sich bald bewahrheiten, denn auf dem Schneekopfgipfel wurde ein zweiter Turm errichtet. Dieser diente diversen staatlichen Einrichtungen als Richtfunkanlage. Der Turm war eingezäunt und wurde bewacht.
Im Monat Juni wurden die letzten Reste des Karten- und Bezugsscheinwesens aufgehoben.
Gehlberg erhielt einen Autobus mit 18 Plätzen für den Verkehr zwischen Ort und Bahnhof, den Herr Manfred Brückner fuhr. Mit dem Fahrzeug wurden auch Gesellschaftsfahrten nach Ilmenau, Oberhof und zu der Lütschetalsperre durchgeführt.
![]() Abb. 1958-009 |
Es gab im Ort Probleme mit der Stromversorgung. Das führte beispielsweise dazu, dass die Teigknetmaschine der Konsumbäckerei schwächelte und die Bäcker per Hand nachhalfen – was streng verboten war.6)
In der Gemeinderatssitzung vom 8. August wird beschlossen, dass Ernst Machalett, der bis dato Wirt auf dem Schneekopf war, ab 01.10.1958 die Konzession zum Betreiben der Bahnhofsgaststätte erhält.4)
(Anm. R. Schmidt: Angesichts der Bauarbeiten auf dem Schneekopfgipfel war dieser nicht nur touristisch uninteressant, sondern wurde teilweise gesperrt.)
Hinter der Hütte Richtung Schoppenwiese wurde die Schlacke auf einer Halde gelagert. Am 11. September wurde der Standort für deren Erweiterung genehmigt. 9)
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In der Gemeindevertretersitzung vom 12. September wurden der Bau der Abfahrtsstrecke vom Brand in den Edelmannsgrund und der Bau eines Schießstandes am Dammschlag (Schneetiegelende) beschlossen.1)
In der Gemeindevertretersitzung vom 12. September wurden der Bau der Abfahrtsstrecke vom Brand in den Edelmannsgrund und der Bau eines Schießstandes am Dammschlag (Schneetiegelende) beschlossen.1)
Zum 18.09. meldete Hugo Gier sein Gewerbe als Geschirrführer ab. 12)
Neben der Einfahrt zur Post (Hauptstraße 45) baute man in der Elgersburger Straße eine neue Ortswaage. Die alte Waage vor dem Grundstück des Hermann Adolph (Hauptstraße 1) war schon seit Jahren nicht mehr in Betrieb.
Abb. 2023-001
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Der Fuhrmann Albert Eckardt verkaufte seine beiden Pferde, die vorwiegend zum Rücken des geschlagenen Holzes im Wald verwendet wurden, an die Forstverwaltung, wurde Forstangestellter und arbeitete als solcher mit den bisher eigenen Pferden weiter. Das stellte ihn aus mehreren Gründen besser. Er bezog Entgelt für die Verpachtung des Stalles, brauchte sich nicht um die Futterbesorgung zu kümmern, bezog ein festes Gehalt, hatte eine geregelte Arbeitszeit, bekam bezahlten Urlaub und erhielt einen Gehilfen.
Wichtigstes Ereignis für den Ort war die Pflasterung der Hauptstraße von der Einmündung des Mühlweges bis zur Post. Die Arbeiten zogen sich lange hin. Beim Ausschachten stellte sich heraus, dass die Kanalisationsrohre teilweise zu flach lagen oder ganz zerstört waren. Mehrmals wurden Wasserleitung und elektrische Kabel verletzt, da keine genauen Pläne über deren Verlauf existierten. Die Straßenbauarbeiter der Firma Knöchel ließen sich auch recht viel Zeit, welche sie nicht nur mit Pflastern verbrachten. Die Straße erhielt deshalb von den Einwohnern den Scherznamen „Straße der Ewigkeit“.
![]() Abb. 1958-022 Auftritt zur Dahlienschau am 21.09.1958 in Arnstadt. |
Zum 20.11. wurde das Gewerbe von Ernst Möller als Hausschlächter abgemeldet, weil dieser die DDR am 8. Juni illegal verlassen hatte. 13)
Eine Woche später, am 25.11. erhielt Klaus Hartung diese Gewerbegenehmigung. 14)
Das Haus der Medizin Naumburg in der Bergstraße wurde fertig. Kurioserweise hatte man die Treppe zum Obergeschoss vergessen. Sie wurde nachträglich in eine Stube eingebaut.
![]() Blick vom Gabelbachskopf nach Gehlberg. Das helle Gebäude links ist besagtes Haus von Medizin Naumburg. |
Flora Heinz meldete am 16. Dezember ihr Gewerbe als Schneiderin ab. 15)
1) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 453 . Protokoll der Gemeindevertretung am 12.09.1958
2) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 714 . 10.01.1958 . Protokoll über die Sitzung des Rates der Gemeinde am 10.01.1958
3) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 714 . 23.05.1958 . Protokoll über die Sitzung des Rates der Gemeinde am 23.05.1958
4) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2 . lfd. Nr. 714 . 08.08.1958 . Protokoll über die Sitzung des Rates der Gemeinde am 08.08.1958
5) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.11. . lfd. Nr. 802 . 27.06.1958 . Milchhof Arnstadt an Rat der Gemeinde
6) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.11. . lfd. Nr. 802 . 13.10.1958 . Schreiben der Konsumgenossenschaft an VEB Energieversorgung Suhl
7) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.12 . lfd. Nr. 815 . 03.04.1958 . Auftrag an Arno Walther, Holzbildhauer aus Schmiedefeld
8) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.12 . lfd. Nr. 852 . 14.02.1958 . Schreiben der Gemeinde an den Rat des Kreises Suhl
9) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.8. lfd. Nr. 486 . 11.09.1958 . Standortgenehmigung Schlackenhalde
10) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.2. lfd. Nr. 529 . 14.03.1958 . Beschluss über den Dorfarbeitsplan 1958
11) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.6. lfd. Nr. 550 . 01.01.1958 . Gewerbegenehmigung als Hausschneiderin
12) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.6. lfd. Nr. 550 . 18.09.1958 . Hugo Gier meldet Gewerbe als Geschirrführer
13) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.6. lfd. Nr. 550 . 22.11.1958 . Rat der Gemeinde an Handwerkskammer
14) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.6. lfd. Nr. 550 . 25.11.1958 . Handwerkskammer an Rat der Gemeinde
15) Stadtarchiv Suhl . Signatur 3.4.11.6. lfd. Nr. 550 . 16.12.1958 . Gewerbeabmeldung